Rückblick: Exkursion nach Berlin

14.06.2023 | Die Lichter der Großstadt | 8. bis 11. Juni 2023

Kooperationsveranstaltung zwischen der Studienbegleitung für Theologiestudierende an der Universität Freiburg und dem Lehrstuhl für Pastoraltheologie an der Universität Mainz

Vier Tage lang waren 17 Theologiestudierende aus Freiburg und Mainz unter Leitung von Sara-Marie Hüser (Wiss. Mitarbeiterin Mainz) und Mirjam Hake (Ausbildungsleiterin Freiburg) in Berlin unterwegs, um auf Tuchfühlung mit dem Thema "Großstadtpastoral" zu gehen. Im Sehen und Erleben, vor allem aber in der Begegnung mit verschiedenen Personen und Orten wurde immer wieder deutlich, dass die (säkulare) Großstadt ganz andere Anforderungen an die Pastoral stellt, als etwa Gemeinden in ländlichen Gebieten.
Der Besuch auf der Baustelle des House of One stand unter dem Fokus des Interreligiösen Dialogs. Neben der Auseinandersetzung mit den Herausforderungen, die Synagoge, Kirche und Moschee unter einem Dach mit sich bringen, stellte sich hier auch die Frage nach Ästhetik und sakraler Architektur.
Das Thema setzte sich am Nachmittag mit einer Führung durch das Jüdische Museum fort. Auch hier wurde deutlich, wie architektonische Gestaltung Emotionen auslösen und für sich sprechen können.
Der Samstag stand unter dem Vorzeichen des Alltags: Berlin lockt jedes Jahr tausende von Touristen an - Orte wie der Alexanderplatz, das Brandenburger Tor oder der Ku'damm durften zwar auch bei unserem Besuch nicht fehlen, sind jedoch nicht charakteristisch für das Leben in der Großstadt. Eine Führung durch den Berliner Kiez Friedrichshain konnte stattdessen eindrücklich die Widersprüche aufzeigen: Zwischen Hausbesetzerszene und Wochenmarkt, zwischen Anonymität und Mietskasernen, zwischen Gentrifizierung und Tradition.
Am Nachmittag empfing Prälat Dr. Stefan Dybowski von der Erzdiözese Berlin die Gruppe. Mit ganz eigenem Charm erzählte der "Berliner Jung", wie er sich selbst bezeichnet, von der Situation der Katholischen Kirche in der Hauptstadt. Einen eigenen Eindruck davon machten sich die Studierenden am Sonntagmorgen beim abschließenden Gespräch mit Pater Manfred Hösl und beim Besuch des Gottesdienstes in Berlin-Charlottenburg. Dass ein säkulares Umfeld nicht unbedingt zu leeren Kirchen führt, wurde nachdrücklich deutlich. Dass Kirche sich jedoch umso mehr Gedanken darüber machen muss, wie sie als Gesprächspartnerin ernst genommen wird, und wie sie in Erscheinung tritt, ebenfalls.