Stellungnahme der Hauptberuflichen der Studienbegleitung für Theologiestudierende zur Veröffentlichung des Abschlussberichts der AG „Machtmissbrauch und Aktenanalyse“ im Erzbistum Freiburg.
Stellungnahme zur Veröffentlichung des Abschlussberichts der AG „Machtmissbrauch und Aktenanalyse“
26.04.2023 |
Die Inhalte des Abschlussberichts der AG „Machtmissbrauch und Aktenanalyse“, die am 18. April 2023 in Freiburg veröffentlich worden sind, haben uns beschämt und fassungslos gemacht.
Wir mussten hören, wie wesentlich unter der Leitung der Erzbischöfe Oskar Saier und Robert Zollitsch sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen systematisch vertuscht, wie Recht gebrochen, wie die Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaften boykottiert und beschuldigte Kleriker einfachhin nur versetzt worden sind.
Wir mussten hören, dass die Betroffenen sexuellen Missbrauchs und ihr Leiden dagegen keinerlei Rolle spielten. Die gebotene Schutz- und Fürsorgepflicht, die ein elementarer Teil des kirchlichen Hirtendienstes ist, wurde nicht wahrgenommen, stattdessen offenbarte die Leitung der Erzdiözese eine gegenüber den Betroffenen erschreckende Empathielosigkeit.
Als Ausbildungseinrichtung der Erzdiözese Freiburg sind wir entsetzt, wie im untersuchten Zeitraum die strukturellen Gegebenheiten in der Erzdiözese Freiburg sexuellen Missbrauch gedeckt und ermöglicht haben. Wir erwarten, dass die Leitung unserer Erzdiözese – wie von ihr selber schon angekündigt –, auf Grundlage der Empfehlungen des Abschlussberichts (Kapitel 15), der noch folgenden Eingaben der GE-Kommission, im Gespräch mit dem Betroffenenbeirat, den Menschen und Beschäftigten der Erzdiözese und den verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren die notwendigen Konsequenzen zieht.
Als Studienbegleitung wollen wir an diesem Prozess mitarbeiten und unsere Studierenden und Auszubildenden zugleich darin bestärken, angstfrei und mutig Vorschläge zu machen.







